Flowing Tide

irish traditional music

Irische Musik lernen - vorne rechts ist Gas?

Veröffentlicht von Irina - Januar 25, 2024

Then another thing, there is emphasis. The tune must have its own nuances. That is its own expressions of feeling. There is no point in running it all off just like a typewriter, a good typist typing. It must have a certain feeling about it. Seamus Ennis

Tempo ist kein Selbstzweck. Aber es ist für viele Anfänger ein recht wichtiges Ziel. Schnell genug werden, um auf einer Session spielen zu können. Hier geht es jetzt also vor allem um das Tempo! Ein Rat, den ich wieder und wieder bekommen habe:

Spiel langsam und schön. Das Tempo kommt dann von ganz alleine!
Ja! Aber…
Ja, denn wenn man etwas in langsam nicht schön kann, wird es durch Tempo nicht besser.
Aber: Von ganz alleine wird das auch nicht! Wer rennen will, lernt das nicht durch Gehen. Außerdem will man ja auch gar nicht, dass die Tunes von ganz alleine schneller werden…
Uillean Pipes

Wenn man schneller werden will, muss man auch schneller üben. Zu Hause. Gezielt. Auf der Session packt man die Tunes dann sinnigerweise in einem Tempo aus, in dem man schön spielen kann. Lieber zu langsam als zu schnell. Da geht es um Zusammenspiel und es soll auch nett klingen. Speed kills. Niemand denkt: „Mit dem/der spiele ich gerne zusammen! Da stolpert man so schön unvorhersehbar durch den Tune und ist so herrlich schnell fertig!“

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Irische Musik lernen - die Tunes

Veröffentlicht von Irina - Januar 19, 2024

There are some things that can't be taught; they have to be learned. Kevin Burke

In diesem Teil der Serie geht es endlich mal um die Tunes. Welche Tunes sollte man lernen und wie?

Wenn man noch kein Virtuose auf seinem Instrument ist und jeder Tune wirklich Arbeit macht, bis man ihn in Kopf und Fingern hat, sollte man da pragmatisch rangehen. Maximale Freude und Spielgelegenheit sind ein super Anreiz. Hat man eine lokale Session, dann hat man da eine potenzielle Spielgelegenheit. Also: Aufnahmegerät raus!
irische Session Leipzig Seltsamerweise ist „viel auf Sessions gepielt“ und „einfach“ nicht deckungsgleich. Einer der meistgespieltes Tunes ist Joe Cooley's Reel. Und der Kesh Jig. Beide gar nicht sooo einfach. Concertina Reel: Standardrepertoire und der Name lässt einen glauben, der wäre quasi für die Concertina gemacht. Von wegen! (Was daran liegt, dass Concertinas früher oft „in der Reihe“ gespielt wurden. Also viel in C. In C-Dur liegt der Concertina Reel fluffig unter den Fingern!)

Wie findet man raus, was beliebte Tunes sind und wie kommen die in den Kopf und in die Finger?

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Irische Musik lernen - nun entspann doch mal!

Veröffentlicht von Irina - Januar 11, 2024

If I were to paint a picture of Joe Cooley… I always say I'd paint a horse and buggy and Joe was sitting up, holding the rains with a kind of a nice, comfortable, firm grip and he's sitting back, relaxing and his music always reminds me of that… Christy Barry

Teil 2 einer Serie von Beiträgen zum Lernen von irischer Musik als Erwachsener und mehr oder weniger Autodidak. Es geht hier um Tipps, die ich bekommen habe und deren Bedeutung mir teilweise erst sehr viel später klar geworden ist. Das sind überwiegend Tipps, die sich nicht konkret mit einem Instrument und der Spieltechnik beschäftigen, sondern mit dem Ringsum. Das kommt oft zu kurz, weil man ja konkret DEN Roll oder DAS Triplet oder DEN Tune lernen will. Also schreib ich mal über die anderen Tipps

Entspann Dich!
Das ist deutlich leichter gesagt als getan! Wenn man gar nix bewegt, passiert keine Musik! Unser Körper - gesteuert vom Reptilienteil unseres Gehirns - hat da so eine Feedbackschleife. Gefahr muss vermieden werden. Bei Stress bzw. Gefahr muss man reagieren. Zum Beispiel mit Flucht. Nicht erst drüber nachdenken! Das ist etwas ganz anderes, als aus Spaß an der Freude mal richtig Gas zu gegen!
irische Tänzer

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Irische Musik lernen - wer spielen will, muss hören

Veröffentlicht von Irina - Januar 2, 2024

You know, there’s an awful lot to be said about this Irish traditional folk music and folklore. Because – first of all, you have to learn it. And first you must learn the talk. And then you must learn the grip. And after that, you must learn the truckley-how. And then you have the whole lot, only just to keep on practicing it. Seamus Ennis

Teil eins einer Serie (so der Plan): Irische Musik lernen. Als Erwachsener. Außerhalb Irlands. Ob mit oder ohne Notenkenntnis, mit oder ohne Vorbildung auf dem Instrument und relativ egal, auf welchem Instrument man spielen will: Man kann das nicht von jetzt auf gleich. Erwachsene gehen viel verkopfter an die Sache ran als Kinder. Und viel ungeduldiger. „Ach, hätte ich doch als Kind… wäre ich nur damit aufgewachsen …“
Hätte, hätte Fahrradkette. Ist halt nicht.
Das fand ich schon damals schwer zu akzeptieren, als ich vor 30 Jahren mit Whistle angefangen habe. Später - quasi neulich - habe ich mit Concertina angefangen. Alles noch mal neu, aber mit etwas mehr Verständnis für den Weg. Und mit der Erkentniss, dass einige gute Ratschläge wirklich gut waren. Um die soll es hier gehen. Irish Concertina

Unter anderem um:

  • Hören - den Groove vor allem
  • Entspannen - verkrampft klingt auch so
  • Tunes lernen nach Gehör (nicht nur) und Zusammenspiel
  • Online Ressourcen und Technik nutzen

Die Tipps und Tricks dazu gibt es mit voller Absicht in diesem doch recht altmodischen Format. Geschriebenes Wort, Analyse, Logik, linke Hirnhälfte … Wenn man schon verkopft rangeht, kann man das auch nutzen. Und sich einen Fahrplan erstellen, damit die Ungeduld gleich mal weiß, woran sie ist!

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