Flowing Tide

irish traditional music

Irische Musik lernen - Session Skills für Fortgeschrittene

Veröffentlicht von Irina - Dezember 15, 2025

This is the moment when you realize that the seeming offhandedness and impromptu grace of a session are no accident…
Barry Foy – Field Guide to the Irish Music Session

Wenn es darum geht, was man so üben und worin man sich weiterentwickeln sollte beim Thema irische Musik, dann denkt man meist nur an die Tunes, die man noch lernen muss. Es gibt aber ein paar andere Fähigkeiten, die echt hilfreich sind und einen dazu befähigen, die Session insgesamt und für alle schöner zu machen.

Weiterlesen

Irische Musik lernen - Sessions

Veröffentlicht von Irina - September 4, 2025

Another thing I would advise those who are learning is to watch the pulse of a rhythm. […] And it’s only by listening to good players, by being in the company of good players that you really learn where that is. And if you are by yourself a lot you lose that. Seamus Ennis

Wer diese Serie liest, der/die hat vermutlich eine Vorstellung, was eine irische Musik Session ist und für die meisten ist ‚auf Session spielen‘ auch der Anreiz, diese Musik zu lernen. Falls jemand trotzdem eine Definition möchte: Meine geht so:
Eine (irische) Session ist ein informelles Treffen von Musikern, die zusammen miteinander und füreinander Musik machen. Oft in 'nem Pub. Es ist kein Auftritt, keine öffentliche Probe und kein ‚Jam‘.
Es gibt im Internet viel über Session-Etiquette auf irischen Sessions zu lesen und zu hören. Aber eigentlich ergibt sich das aus ‚miteinander‘ und ‚weder Auftritt noch Probe‘.
‚Kein Jam‘ braucht vielleicht noch eine Erklärung: Im Gegensatz zu einem Jam ist eine Irish trad Session spezifisch. Festgelegt. Bestimmt. Bestimmte Tunes, bestimmte Rhythmen, bestimmte Instrumente.
Sessions können unglaublich Spaß machen, sie können magisch sein – mit einer wortlosen, tiefen Verbindung zu den Mitmusikern. Sie können furchtbar emotional sein und entsprechend reagieren Leute manchmal heftiger als in anderen Situationen. Du kommst etwas später und alle Plätze sind besetzt? Du spielst einen neuen Tune und der kommt nicht so schön raus, wie zu Hause sondern stolpert immer schneller voran und DANN frotzelt jemand, Du hättest wohl Jagdwurst zum Frühstück gehabt? Jemand sagt Dir vor allen Anderen, Du würdest vorneweg spielen? Jemand sagt es Dir NICHT sondern schreibt drei Tage später, dass Du den ganzen Abend vorneweg gespielt hast? Sowas kann einen härter treffen als man denkt!
Und wenn's richtig gut läuft? Dann muss man nichts sagen. Dann wachen die Leute aus nem Tune auf wie aus einer Trance.

That's where heaven is – where music ends and silence begins. John B. Keane, The Bodhrán Makers

Sessionspieler sind schon ein eigenes Völkchen! Und doch ganz unterschiedlich… Der eine freut sich, regelmäßig seine soundsoviele Tunes in den bekannten Sets zu spielen und dazu ein Bierchen zu trinken. Der nächste sammelt Tunes wie manche Kinder Dinosurier – und jedesmal nur T-Rex und Triceratops rauszuholen wird als weit weniger befriedigend empfunden, als wenn jemand anderes auch den Diplodocus kennt!
Biergläser und Concertina und Banjo Einige Sessions außerhalb Irlands haben (oft schriftliche) ‚Regeln‘. An diesen Regeln kann man dann erahnen, was da schon mal schief gelaufen ist. Und fast immer steht da etwas zu Begleitinstrumenten wie Gitarre und Bodhrán drin. Deshalb nehme ich das Thema mal am Anfang:

Weiterlesen

Irische Musik lernen - Rhythmusübungen

Veröffentlicht von Irina - August 22, 2025

A painter paints pictures on canvas. But musicians paint their pictures on silence. ~Leopold Stokowski

Irische Musik ist überwiegend Tanzmusik. Die braucht zwingend und zuallerst einen „Rhytmus, bei dem man mit muss“!
Schnell ist sie, die irische Musik! Das fällt jedem sofort auf. Und genau DA tappt der angehende Irish trad Musiker in eine Falle. Tempowahn: „Das muss doch schnell! Auf den CDs und bei Konzerten spielen die doch alle super flott!“ Ja! Aber der Rhythmus darf niemals hinter dem Tempo zurückstehen!
Wenn der stimmt, verändert sich plötzlich alles!

Weiterlesen

Irische Musik lernen - effizient üben

Veröffentlicht von Irina - März 19, 2024

You don’t have to practice every day, only on the days that you eat
Unbekannt

Ich kenne ja Leute, die sind irgendwie Naturtalente. Die fangen etwas an (Zeichnen, Handwerken, Musik,…) und es dauert gar nicht lange, dann sind sie da richtig gut drin. Als Erwachsene angefangen, ohne frühkindliche Förderung, ohne Unterricht. Ich glaube ja, das Talent liegt weniger in der Sache an sich, sondern im Lernen. Eine hohe innere Motivation und eine gelassene Einstellung zum Weg. Also eine hohe Frustrationstoleranz. Nicht: „Verdammter Mist, das kann ich nicht!“ Sondern: „Ah! Das muss ich jetzt mal üben!“ und auch: „Das ist (jetzt) zu schwer, das lass ich (erstmal)!“ Und keine Ausreden. Es ist, wie es ist. Der Weg startet hier. In dem Alter, mit der Vorbildung und mit der Menge an Zeit, die man hat.
Fragt man nach, dann stecken diese ‚Naturtalente‘ verdammt viel Zeit in die neuen Fähigkeiten und nutzen jede Gelegenheit!
Tin Whistle „Ah! DAS ist der Unterschied! ICH habe keine Zeit!“ Ne! Viel wichtiger als die Zeit an sich: Sie wird effektiv genutzt. DAS ist das Talent.

Weiterlesen

Irische Musik lernen - vorne rechts ist Gas?

Veröffentlicht von Irina - Januar 25, 2024

Then another thing, there is emphasis. The tune must have its own nuances. That is its own expressions of feeling. There is no point in running it all off just like a typewriter, a good typist typing. It must have a certain feeling about it. Seamus Ennis

Tempo ist kein Selbstzweck. Aber es ist für viele Anfänger ein recht wichtiges Ziel. Schnell genug werden, um auf einer Session spielen zu können. Hier geht es jetzt also vor allem um das Tempo! Ein Rat, den ich wieder und wieder bekommen habe: Uillean Pipes Spiel langsam und schön. Das Tempo kommt dann von ganz alleine!
Ja! Aber…
Weiterlesen


Irische Musik lernen - die Tunes

Veröffentlicht von Irina - Januar 19, 2024

There are some things that can't be taught; they have to be learned. Kevin Burke

In diesem Teil der Serie geht es endlich mal um die Tunes. Welche Tunes sollte man lernen und wie?

Wenn man noch kein Virtuose auf seinem Instrument ist und jeder Tune wirklich Arbeit macht, bis man ihn in Kopf und Fingern hat, sollte man da pragmatisch rangehen. Maximale Freude und Spielgelegenheit sind ein super Anreiz. Hat man eine lokale Session, dann hat man da eine potenzielle Spielgelegenheit. Also: Aufnahmegerät raus!
irische Session Leipzig Seltsamerweise ist „viel auf Sessions gepielt“ und „einfach“ nicht deckungsgleich. Einer der meistgespieltes Tunes ist Joe Cooley's Reel. Und der Kesh Jig. Beide gar nicht sooo einfach. Concertina Reel: Standardrepertoire und der Name lässt einen glauben, der wäre quasi für die Concertina gemacht. Von wegen! (Was daran liegt, dass Concertinas früher oft „in der Reihe“ gespielt wurden. Also viel in C. In C-Dur liegt der Concertina Reel fluffig unter den Fingern!)

Wie findet man raus, was beliebte Tunes sind und wie kommen die in den Kopf und in die Finger?

Weiterlesen

Irische Musik lernen - nun entspann doch mal!

Veröffentlicht von Irina - Januar 11, 2024

If I were to paint a picture of Joe Cooley… I always say I'd paint a horse and buggy and Joe was sitting up, holding the rains with a kind of a nice, comfortable, firm grip and he's sitting back, relaxing and his music always reminds me of that… Christy Barry

Teil 2 einer Serie von Beiträgen zum Lernen von irischer Musik als Erwachsener und mehr oder weniger Autodidak. Es geht hier um Tipps, die ich bekommen habe und deren Bedeutung mir teilweise erst sehr viel später klar geworden ist. Das sind überwiegend Tipps, die sich nicht konkret mit einem Instrument und der Spieltechnik beschäftigen, sondern mit dem Ringsum. Das kommt oft zu kurz, weil man ja konkret DEN Roll oder DAS Triplet oder DEN Tune lernen will. Also schreib ich mal über die anderen Tipps

Entspann Dich!
Das ist deutlich leichter gesagt als getan! Wenn man gar nix bewegt, passiert keine Musik! Unser Körper - gesteuert vom Reptilienteil unseres Gehirns - hat da so eine Feedbackschleife. Gefahr muss vermieden werden. Bei Stress bzw. Gefahr muss man reagieren. Zum Beispiel mit Flucht. Nicht erst drüber nachdenken! Das ist etwas ganz anderes, als aus Spaß an der Freude mal richtig Gas zu gegen!
irische Tänzer

Weiterlesen

Irische Musik lernen - wer spielen will, muss hören

Veröffentlicht von Irina - Januar 2, 2024

You know, there’s an awful lot to be said about this Irish traditional folk music and folklore. Because – first of all, you have to learn it. And first you must learn the talk. And then you must learn the grip. And after that, you must learn the truckley-how. And then you have the whole lot, only just to keep on practicing it. Seamus Ennis

Teil eins einer Serie (so der Plan): Irische Musik lernen. Als Erwachsener. Außerhalb Irlands. Ob mit oder ohne Notenkenntnis, mit oder ohne Vorbildung auf dem Instrument und relativ egal, auf welchem Instrument man spielen will: Man kann das nicht von jetzt auf gleich. Erwachsene gehen viel verkopfter an die Sache ran als Kinder. Und viel ungeduldiger. „Ach, hätte ich doch als Kind… wäre ich nur damit aufgewachsen …“
Hätte, hätte Fahrradkette. Ist halt nicht.
Das fand ich schon damals schwer zu akzeptieren, als ich vor 30 Jahren mit Whistle angefangen habe. Später – quasi neulich – habe ich mit Concertina angefangen. Alles noch mal neu, aber mit etwas mehr Verständnis für den Weg. Und mit der Erkentniss, dass einige gute Ratschläge wirklich gut waren. Um die soll es hier gehen. Irish Concertina

Weiterlesen